Impuls

Der Karneval oder Fasching oder Fastnacht - je nachdem, wie die Tage regional heißen - sind eine Zeit der Masken: Mich hinter einer Maske zu verstecken, sodass ich nicht gleich erkannt werde, und dann zum geeigneten Zeitpunkt die Maske zu lüften - hoffentlich zur großen und freudigen Überraschung aller anderen. 

Gegen diese spielerische Verwendung von Maske und Kostüm ist nichts einzuwenden, im Gegenteil, das kann ein großer Spaß für alle Beteiligten sein. Doch Masken können im Karneval auch eine andere Funktion einnehmen: Ich setze die frohe Maske auf, obwohl mir gar nicht danach ist; ich spiele etwas vor, das gar nicht stimmt - doch haben solche Masken gar nichts Spielerisches. Vorgespielte Fröhlichkeit quält die Traurigen noch mehr, deshalb: auch im Karneval gibt es ein Recht auf Traurigkeit und schlechte Laune.

Am Aschermittwoch ist alles vorbei, heißt es im Lied. Für das Maskentragen gilt das nicht. Menschen verbergen ihr wahres Ich aus unterschiedlichen Gründen das ganze Jahr lang. Das darf nicht sein. Ich darf mich zeigen, wie ich bin. Vor den Menschen und vor Gott. Vor dem hilft eine Maske sowieso nicht. Brauche ich aber auch nicht. Denn Gott liebt mich, wie ich bin - und am liebsten ohne Maske.